Trauma und Demenz im Pflegekontext (2112-130)

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Trauma und Traumafolgen vs. Demenz

Viele alte und hochaltrige Menschen leiden an den Folgen traumatischer Erlebnisse, wie z. B. Kriegs- und Nachkriegserlebnisse, sexualisierter Gewalt, Gewalt im Pflegekontext, Überfälle mit denen sie im Lebensverlauf konfrontiert wurden.

Sie reagieren hierauf mit verschiedenen Verhaltensweisen und Symptomen (Traumafolgen), die leider oftmals fälschlicherweise als Demenz oder (Alters-)*Depression* diagnostiziert werden.
Darüber hinaus kommt es in der praktischen Arbeit immer wieder vor, dass bei einer diagnostizierten Demenzerkrankung Traumafolgen übersehen werden.

Trauma-Aktivierung durch Pflegebedürftigkeit
Auch durch aktuelle Ohnmachtssituationen – wie zum Beispiel bei einer Pflege- oder Hilfebedürftigkeit oder aufgrund der Diagnose Demenz – kann es zu Erinnerungen an die früher erlebten Traumata kommen; hier spricht man von Trauma-Aktivierungen.
Die alten Erinnerungen können ebenso durch aktuelle Geräusche, Gerüche, Filme, Nachrichten ausgelöst werden.
Hier spricht man von Triggern (Aus-lösern).
Und das heißt, dass die früheren Erlebnisse jeweils wie JETZT erlebt werden.

Das kann dann zu entsprechende Traumafolgen wie Übererregbarkeit, Apathie, Erinnerungsbilder (flashbacks), Alpträu-me, plötzlichen Gedächtnis-, Konzentrations- und Orientierungsstörungen, Angst- und Panikzustände, Dissoziationen (Abspaltung von Gefühlen und dem Denken), Schlafstörungen, Suizidgedanken, Halluzinationen, Zwänge, Essstörungen, Chronischen Schmerzen, unregelmäßigen Vitalzeichen, Blutzuckerschwankungen, … führen.

Traumafolgen
Werden Traumafolgen nicht als solche erkannt und anderen Erkrankungen / Störungsbildern zugeordnet, führt dies häufig zu falschen Behandlungsmaßnahmen und Stigmatisierungen, die die Ursachen – auch aktueller – traumatischer Erlebnisse nicht mit einbeziehen.
So erhalten die alten Menschen in ihrem Erleben und in aktuellen Gewaltsituationen nicht die Unterstützung, die sie benötigen.

Inhalte
- Einführung ins Thema
- Begriffsklärung Trauma
- Abgrenzung Trauma und Demenz
- Die Diagnose Demenz als traumatisches Erlebnis
- Demenz als Folge traumatischer Erlebnisse
- Unterstützungsbedarfe und Unterstützungsmöglichkeiten
- Lösungsorientiertes Arbeiten anhand von praktischen Fallbeispielen

Ziele:
Die Teilnehmenden
– kennen Traumaursachen und -folgen
- kennen die Erkrankung und Symptome der Demenz
– verstehen die Symptome u. Verhaltensweisen der Betroffenen als Überlebensstrategien
- können Demenzsymptome von Traumafolgen abgrenzen und entsprechende Unterstützungsmöglichkeiten anbieten
– können Unterstützung zur Ressourcenstärkung geben
- erkennen ihre eigenen Belastungen und können sich schützen und versorgen

Methoden:
- Referate, Gruppenarbeiten, Diskussion, Fallbesprechungen, persönliche Auseinandersetzung, imagi-native Übungen,
- Ressourcenarbeit
- Körperübungen
- Einsatz verschiedener Medien

Zielgruppe:
Alle Akteure, die mit unterschiedlichen Perspektiven und Aufträgen mit und für alte Menschen arbeiten und sie begleiten. Dies sind insbesondere Fachkräfte und weitere Mitarbeitende (auch Eh-renamtliche) aus der Praxis der Altenhilfe, des Pflege-, Therapie- und Sozialwesens.

Zielgruppe

Pflegeberufe
Sozial- u. Erziehungsberufe
Trauerbegleiter u. Seelsorger
Palliativ- u. Hospizpflege
Therapeutische Berufe
Heilpraktiker Psychotherapie
Gesundheits- & Krankenpfleger
Betreuungskräfte / Alltagsbegleiter
Interessierte, Studenten und Schüler

Referent

Böhmer, Martina

Uhrzeiten

Mittwoch, 15.12.2021 von 9.00 – 17.00 Uhr.
Donnerstag, 16.12.2021 von 9.00 – 17.00 Uhr.

Seminarnummer2112-130
Beginn15.12.2021
Ende16.12.2021
Unterrichtseinheiten16
Fortbildungspunkte16
VeranstaltungsortKarl-Wiechert-Allee 66, 30625 Hannover
Seminargebühr335,00 €*
Besonderheiten

*zzgl. 15,00 € für Skriptgebühr und Arbeitsmaterialien . In den Gesamtkosten enthalten sind neben den Seminarunterlagen außerdem Heiß- / Kaltgetränke sowie Pausensnacks. Sonstige Nebenkosten wie Anreise Übernachtung, Verpflegung oder Mittagessen sind im Kurspreis nicht enthalten.

Für die Teilnahme können 10 Fortbildungspunkte für die Registrierung beruflich Pflegender angerechnet werden -> weitere Informationen / Voraussetzungen finden Sie HIER

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